Jugendworkshop 2018: In der Rolle von Moltke, Delp und Co.

15 junge Geschichtsinteressierte sind am letzten Novemberwochenende in Berlin in die Rolle von Mitgliedern des Kreisauer Kreises geschlüpft, um in einem Planspiel über die Zeit nach Hitler zu diskutieren. Beim Jugendworkshop der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 ging es in diesem Jahr um das „Herrschaftschaos im NS-Staat und der Widerstand gegen Hitler“. 

Anmerkung 2018 12 02 172902

Peter Graf Yorck von Wartenburg würde am liebsten einen „rechtschaffenden Monarchen“ an die Spitze des neuen Staates setzen – kontrolliert von einem starken Parlament. Dabei sei „die Struktur des Kaiserstaates doch genau das Problem gewesen, warum es 1933 keinen Kaiserstaat mehr gegeben hat“, kontert Carlo Mierendorff. Helmut James Graf von Moltke fordert ein „funktionierendes System, das den Einzelnen dazu zwingt, sich unabhängig des persönlichen Erfolgs, seiner sozialen Verantwortung bewusst zu werden“. Und Alfred Delp sieht die Lösung für die Zeit nach Hitler in einer „göttliche Ordnung“, einem „äußeren Rahmen, der den Menschen an sich legitimiert“.

Es sind keine historisch überlieferten Zitate der Mitglieder des Kreisauer Kreises, aber sie hätten bei den drei Zusammenkünften zwischen Mai 1942 und Juni 1943 so oder so ähnlich fallen können. Mehr als 75 Jahre später denken sich die 15 Teilnehmer des diesjährigen Jugendworkshops der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 in die Widerstandskämpfer hinein und diskutieren in ihrer Rolle engagiert und emotional über eine demokratische Neuordnung Deutschlands. Geschichte zum Anfassen.  

Was die Teilnehmer des Jugendworkshops besonders beeindruckt hat, welche Erkenntnisse und Vorsätze sie für ihr eigenes Handeln mit nach Hause genommen haben, erfahren sie demnächst an dieser Stelle.