8. Jugendworkshop vom 11.-13.11.2011 in Königswinter

Thema: „Die Ämter und ihre Vergangenheit im ‚Dritten Reich‘: ‚Horte des Widerstands‘ oder ‚verbrecherische Organisationen‘?“

11.11.11 - Königswinter bei Bonn am Rhein 

Zwanzig sehr gut gelaunte junge Menschen im besten Alter, - und trotzdem werden keine Karnevalslieder gesungen. Vielmehr treffen sich hier zum nun bereits achten Mal interessierte Studenten, "Young-Professionals"  und/ oder Nachkommen aus der Enkel- und Urenkelgeneration des deutschen Widerstands im Adam-Stegerwald Haus, um in Gruppenarbeit über den bis heute problematischen Umgang mit der nationalsozialis-tischen "Vergangenheit"  in Bundeswehr, Auswärtigem Amt und evangelischer sowie katholischer Kirche zu diskutieren:

 

L1000783K10 

Inhaltlich vorbereitet durch den Einführungsvortrag Joachim Turrés zur geschichtspoli-tischen Kontroverse über die Rolle des Auswärtigen Amtes im 3. Reich starteten die über-aus fleißigen Teilnehmer am  Samstag früh dann ihre Recherche. Den draußen vor der Tür in herrlichster Herbstsonne erstrahlenden Drachenfels und so manche Kaffeepause vergessend setzten sich die einzelnen Gruppen wieder sehr intensiv und zudem äußerst differenziert und niemals pauschal-urteilend mit den jeweils für sie drängenden Fragen auseinander.

 

Besonders einer Gruppe bot sich diesmal dabei noch die einmalige Chance, sich mit einem echten Profi auf dem ihnen zugeteilten Themengebiet auszutauschen und ihn - nach eigener Aussage - als Punchingball gewagter Thesen zu missbrauchen: Das Kura-toriumsmitglied der Stiftung 20. Juli 1944, Brigadegeneral und ehemaliger ISAF Sprecher in Afghanistan Josef Blotz blieb dann auch noch für das samstagabendliche Happening - die im typisch amerikanisch-explosiven Stil aufgemachte Hintergrunds-Dokumentation zum Hollywoodfilm Walküre sowie den gemütlichen Tagesausklang im Bierkeller.

 

Das Produkt des Wochenendes, die sonntäglichen Präsentationen der Teilnehmer, er-wiesen sich dann in sowohl rhetorischer, wie auch medialer Hinsicht als erstaunlich kenntnisreich und ausgefeilt und wurden daher sogar vom kritischen Prof. Dr. Joachim Scholtyseck mit entsprechendem Lob bedacht.

 

Das große Problem der Kontinuität, dass es im Deutschland von 1945 "irgendwie schließ-lich ja weitergehen" musste und das sich daher häufig im Vergessen oder auch Verdrän-gen äußerte, konnte allerdings auch an diesem Sonntag nicht zufriedenstellend geklärt werden, denn, um mit Adenauer oder General Blotz zu sprechen: "Finden Sie mal einen guten neunzehnjährigen General ... ".

 

Eine wie immer einzigartige Mischung interessierter Menschen ganz unterschiedlicher Couleur zerstreute sich am Ende dieses gelungenen Wochenendes zwar wieder in alle möglichen Teile Deutschlands und "warnt" die ältere Generation der Februartagung aber jetzt schon mit ihrem streng gefassten Vorsatz "diesmal bei der Königswinterer Tagung, da rede ich mit!".

 

Darauf freuen sich unter anderem

Manuel Becker, Friedrich v. Jagow und Annette v. Schlabrendorff